Hintergrund

Religiöser Glaube fußt normalerweise auf einer Glaubenslehre und wird maßgeblich in seinen Inhalten von Theologen vorgegeben.

Ein wichtiger Teil der kirchlichen Wahrheitsformulierungen sind Lehrsätze. Hierbei handelt es sich um konkrete Definitionen und Aussagen, die als normative Lehraussagen einen deutlichen Wahrheitsanspruch haben.

Gleichzeitig aber ist religiöser Glaube etwas, das in der Vorstellung eines jeden gläubigen Menschen passiert: Er oder sie glaubt. Mitglieder einer Religionsgemeinschaft erhalten beim Aufwachsen eine umfangreiche Sammlung an Bildern und Geschichten gelehrt, die fortan einen Teil ihrer Glaubenssätze ausmachen sollen. Bei den Inhalten dieser Sätze handelt es sich um Aussagen zur Entstehung der Welt und zum Zustandekommen der uns umgebenden Realität einerseits als auch um ein Regelwerk an Handlungsanweisungen für Situationen im täglichen Leben andererseits.

Die gelehrten Aussagen und Handlungsanweisungen sind als bindend zu verstehen und werden in einer Haltung mit Wahrheits- oder Normierungsanspruch formuliert. Dabei bemühen sich Glaubensgemeinschaften üblicherweise um die »richtige« Lehre im Gegensatz zur »falschen«. Aussagen zur richtigen Lehre finden sich beispielsweise in institutionalisierten (und mit viel Mühe und Augenmerk erarbeiteten und teils erkämpften) Bekenntnissen wieder, wie man sie in Form des christlichen »Credo« kennt. Hierbei werden Formulierungen verwendet, die eine Unterscheidung zwischen richtig und falsch signalisieren. Gleichzeitig gibt es offizielle Dokumente der Kirche, in denen die korrekten von den falschen Glaubensinhalten getrennt werden.

Der Film will untersuchen, in wie weit die zentralen Lehrsätze entscheidend sind, wenn es darum geht, eine Glaubensgruppe zu begründen und sich dieser Gruppe zugehörig zu fühlen.